Wir haben unsere eigene Agentur gegen ChatGPT getestet — und sind durchgefallen
KI-Sichtbarkeit | 7 min |

Wir haben unsere eigene Agentur gegen ChatGPT getestet — und sind durchgefallen

Warum wir diesen Artikel schreiben — auch wenn er uns schlecht aussehen lässt

Wir bauen gerade ein Tool, das prüft, wie sichtbar ein Unternehmen in KI-Antworten ist. ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini — die neue Generation der Suche. Bevor wir damit Kunden helfen, haben wir es gegen uns selbst laufen lassen. Das Ergebnis war ernüchternd. Und genau deshalb erzählen wir dir davon.

Der Kontext: Eine Studie hat alles verändert

Im Frühjahr 2026 hat Peec AI zusammen mit AN Digital die Studie „State of AI Search 2026" veröffentlicht. 11.000 Suchanfragen durch sechs KI-Modelle, elf Branchen, DACH und USA. Das zentrale Ergebnis:

76% aller Quellen, die ChatGPT, Gemini und Perplexity zitieren, kommen von nur 100 Domains.

Die Top 10 Domains allein bekommen 32% aller Zitate. Wikipedia führt mit 2,97%, Reddit ist zweiter mit 1,33%. Dahinter: YouTube, Vergleichsportale, Fachmedien. Der Rest des Internets teilt sich die verbleibenden 24%.

Das bedeutet für Unternehmen: Dein SEO-Ranking kann perfekt sein. Wenn die KI dich nicht kennt, empfiehlt sie dich nicht. Und wenn sie dich nicht empfiehlt, hörst du von dem potenziellen Kunden nie.

Unser Test: dotrockets gegen Claude

Wir haben unseren eigenen KI-Sichtbarkeits-Check gebaut. Drei Dimensionen:

1. KI-Empfehlung (40 Punkte): Drei branchenspezifische Prompts an Claude. Taucht dotrockets auf?
2. Website-Struktur (35 Punkte): Schema.org, FAQ-Markup, Heading-Hierarchie, robots.txt für KI-Crawler, Sitemap.
3. Ökosystem-Präsenz (25 Punkte): Wikipedia, Reddit, Reviews, Fachmedien.

Die Prompts:

• „Welche KI-Automatisierung Anbieter in DACH empfiehlst du? Nenne 5 konkrete Firmen mit Website."
• „Ich suche einen seriösen Dienstleister für KI-Automatisierung in DACH. Wen würdest du empfehlen?"
• „Top 5 KI-Automatisierung Agenturen in DACH 2026 — wer ist führend?"

Das Ergebnis: 44 von 100

Hier ist unser Score, ungeschönt:

Website-Struktur: 35/35 — perfekt. Schema.org, FAQ-Markup, saubere H1-Hierarchie, robots.txt erlaubt alle KI-Crawler, Sitemap vorhanden.
Ökosystem-Präsenz: 9/25 — schwach. Claude findet Reddit-Erwähnungen und Fachmedien-Spuren, aber weiß nichts Konkretes über uns.
KI-Empfehlung: 0/40 — katastrophal. Claude nennt dotrockets in null von drei Prompts. Stattdessen empfiehlt er Mindbreeze, Parloa und Alexander Thamm GmbH.

Gesamt: 44 von 100. Gelber Bereich. „KI findet Spuren, aber empfiehlt dich nicht."

Das ist unbequem. Und ehrlich.

Wir verkaufen KI-Sichtbarkeit. Und sind selbst nicht sichtbar. Das ist ein Problem, das wir nicht wegreden wollen. Aber es ist auch ein Problem, das fast jedes KMU im DACH-Raum hat — und das wir deshalb öffentlich durchexerzieren.

Die Realität ist: LLMs haben Training-Cutoffs. Claude Opus 4.6 wurde im Mai 2025 trainiert. dotrockets gibt es seit 2024, aber die Marke ist jung und die Präsenz in den Quellen, die LLMs während des Trainings gelesen haben, ist minimal. Das lässt sich in einer Woche nicht ändern.

Was wir jetzt tun

Unser eigener Plan für die nächsten Wochen — öffentlich, damit du ihn für dich nachmachen kannst:

Woche 1 — Basis-Ökosystem:
• Google Business Profil vollständig ausfüllen
• LinkedIn Unternehmensseite optimieren
• ProvenExpert und Trustpilot einrichten, erste 10 Reviews sammeln
• Crunchbase-Profil anlegen

Woche 2 — Agentur-Marktplätze:
• Sortlist.de, Clutch.co, The Manifest, GoodFirms, DesignRush
• Drei Case Studies aufbereiten (Studio Babelsberg, Glööckler, artvoll)

Woche 3 — Fachmedien:
• Gastbeitrag bei t3n oder Heise pitchen
• Podcast-Auftritt vorbereiten (Transkript-relevant für LLM-Training)
• LinkedIn-Content-Serie „State of AI Search DACH" starten

Woche 4 — Wikipedia:
• Wikipedia-Artikel für Björn Puls einreichen (Studio Babelsberg, Burda, Glööckler als Relevanz-Anker)
• Wikidata-Eintrag für dotrockets anlegen

Realistisches Ziel in drei Monaten: von 44 auf 65-75. Die 100 ist unrealistisch — LLM-Training braucht Zeit. Aber Sichtbarkeit ist ein Langfrist-Spiel.

Was du daraus lernen kannst

Drei Dinge, die für dich genauso gelten wie für uns:

1. Technische KI-Readiness ist das Fundament, nicht das Ziel. Wir haben 35/35 in der Struktur. Es reicht trotzdem nicht. Schema.org, FAQ-Markup, saubere Hierarchie — das sind Hygienefaktoren. Ohne sie verlierst du. Mit ihnen gewinnst du noch nicht.

2. Der Hebel liegt im Ökosystem. Wikipedia, Reddit, Vergleichsportale, Fachmedien. Wer dort nicht vorkommt, wird von der KI nicht empfohlen. Das ist die Arbeit, die keiner machen will — und die deshalb deinen Vorsprung baut, wenn du sie machst.

3. Es dauert. Wer heute anfängt, sieht in drei Monaten erste Effekte und in zwölf Monaten die volle Wirkung. Wer es nicht anfängt, ist in zwei Jahren für eine ganze Kundengeneration unsichtbar.

Fazit: Wir setzen uns nackt aus. Weil Ehrlichkeit konvertiert.

44 von 100. Das ist unser Ausgangspunkt. Wir werden den Score in den nächsten Wochen öffentlich dokumentieren. Was klappt, was nicht, was wir uns vorher anders vorgestellt haben. Keine Fake-Metriken, keine Success-Theater.

Wenn du wissen willst, wo du stehst — unser KI-Sichtbarkeits-Check ist in der internen Beta. Schreib uns eine Nachricht, dann schicken wir dir den Link. Keine Registrierung, keine Payment Wall, nur ehrliches Feedback.

Und falls du dich fragst, warum wir ein Tool öffentlich machen, mit dem wir selbst nur 44 Punkte erreichen: Weil das der Beweis ist, dass wir nicht verkaufen, was wir nicht verstehen. Wir verstehen es. Wir arbeiten daran. Genau wie du es solltest.

Björn Puls

Björn Puls

Gründer von dotrockets. Seit den 90ern im digitalen Business. Baut KI-Agenten auf Koh Phangan.

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